Gesundheitssystem

Welche Rolle spielen ökonomische Anreizsysteme für die Effizienz der Versorgung? In welchen Bereichen kann die Versorgung effizienter gestaltet werden, ohne die Qualität zu beeinträchtigen? Wie kann auch die Politik Anreize so setzen, dass die langfristige Finanzierbarkeit der GKV und SPV gewährleistet wird? Und wie können Daten genutzt werden, um diese Zusammenhänge zu analysieren?
Mit diesen grundlegenden Fragen befasst sich der Forschungsbereich Gesundheitspolitik und Systemanalysen des WIdO. Als Querschnittsbereich arbeitet er eng mit anderen Forschungsbereichen zusammen, um die Ausgestaltung von Versorgungs- und Versicherungsstrukturen unter ökonomischen Gesichtspunkten zu untersuchen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf sektorenübergreifenden Fragestellungen, der Finanzierung der SPV sowie dem Nebeneinander von gesetzlicher und privater Kranken- und Pflegeversicherung.
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Versorgungssteuerung
Die gezielte Steuerung der Gesundheitsversorgung ist ein zentrales Element, um Effizienz, Qualität und Gerechtigkeit im Gesundheitssystem miteinander in Einklang zu bringen. Dabei geht es nicht allein um die Organisation einzelner Leistungsbereiche, sondern um die übergreifende Frage, wie Versorgung bedarfsgerecht, wirtschaftlich und patientenorientiert gestaltet werden kann. Gesundheitsökonomisch betrachtet steht die optimale Allokation begrenzter Ressourcen im Mittelpunkt: Leistungen sollen dort erbracht werden, wo sie den größten Nutzen stiften – für die Versicherten ebenso wie für das System als Ganzes
Finanzierung
Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung (SPV) ist eine gesundheitspolitische Dauerbaustelle. Praktisch jede Bundesregierung versucht sich daran, die mit jeder Finanzierungsreform in wechselnder Ausprägung verbundenen Ziele Stabilität und Nachhaltigkeit, Finanzierungsgerechtigkeit, Wettbewerbskompatibilität und Praktikabilität aufs Neue zu realisieren.
Duales System in Kranken- und Pflegeversicherung
Die Grundstruktur des deutschen Krankenversicherungsmarktes ist weltweit einzigartig: Während fast 90 Prozent der Bevölkerung einer Krankenkasse der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angehören, haben die übrigen rund zehn Prozent – im Wesentlichen Beamte, Selbstständige und besserverdienende Arbeitnehmer – eine private Krankenversicherung (PKV).