WIdO – Wissenschaftliches Institut der AOK
Innovation, Transparenz und Praxisrelevanz sind Kernelemente im Leitbild des WIdO, das seit 1976 an zentralen Fragestellungen des Systems der Gesundheitsversorgung und seiner Finanzierung arbeitet.
Große Qualitätsunterschiede zwischen Kliniken bei Implantation künstlicher Schultergelenke
Bei der Implantation von künstlichen Schultergelenken wegen Gelenkverschleiß gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken, die an der Versorgung beteiligt sind. Das zeigen Ergebnisse aus der Auswertung von knapp 13.000 Operationen bei AOK-Versicherten, die das WIdO im Rahmen des Verfahrens zur „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) analysiert hat. Demnach lag die risikoadjustierte Komplikationsrate im Fünftel der am besten abschneidenden Kliniken bei 3,6 Prozent, während sie im Fünftel der am schlechtesten bewerteten Kliniken mit 14,5 Prozent vier Mal so hoch war. Seit heute sind die erstmals veröffentlichten Ergebnisse für die einzelnen Krankenhäuser im Gesundheitsnavigator der AOK abrufbar.
Die durchschnittliche Gesamt-Komplikationsrate über alle Kliniken lag bei 8,6 Prozent. Ausgewertet wurden dafür ungeplante Folge-Operationen innerhalb eines Jahres, die bei 4,5 Prozent der operierten Patientinnen und Patienten vorkamen. Sie werden beispielsweise erforderlich, wenn sich nach dem Eingriff das Operationsgebiet entzündet oder die Prothese lockert. Chirurgische Komplikationen wie Infektionen der Prothese, Verletzungen von Blutgefäßen, Knochenbrüche oder das Ausrenken des künstlichen Gelenks kamen bei 7,1 Prozent der ausgewerteten Fälle vor. In die Auswertung konnten insgesamt 12.844 Fälle von AOK-Versicherten einbezogen werden, die in den Jahren 2020 bis 2024 an insgesamt 178 Klinikstandorten operiert worden sind.










