WIdO – Wissenschaftliches Institut der AOK
Innovation, Transparenz und Praxisrelevanz sind Kernelemente im Leitbild des WIdO, das seit 1976 an zentralen Fragestellungen des Systems der Gesundheitsversorgung und seiner Finanzierung arbeitet.
Analyse zum Pflegebudget im Krankenhaus: Starker Anstieg von Personal und Kosten bei gesunkener Fallzahl
Das 2020 eingeführte Pflegebudget zur Finanzierung der Pflegepersonalkosten in den Krankenhäusern hat trotz gesunkener Fallzahlen in der Patientenversorgung zu einem Anwachsen der Pflegekräfte in den Krankenhäusern und zu einem starken Anstieg der Kosten geführt. Gleichzeitig sind etliche Fehlanreize und Zielkonflikte entstanden. Das macht ein aktuelles e-Paper des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) deutlich, in dem die Auswirkungen des Pflegebudgets auf Basis umfassender Daten analysiert werden.
Die Auswertung der Daten hat ergeben, dass das das finanzielle Volumen des Pflegebudgets seit seiner Einführung im Jahr 2020 von 19,4 Milliarden Euro auf 26,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 gestiegen ist. Die Dynamik des Kostenwachstums hat sich in den Jahren 2023 und 2024 im Vergleich zu den Vorjahren noch verstärkt. Während die Zuwächse in den Jahren 2021 und 2022 bei rund 6 Prozent lagen, betrugen sie in den Jahren 2023 und 2024 8,4 beziehungsweise 10,5 Prozent. Zudem sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für das Pflegepersonal in den Krankenhäusern stärker gestiegen als alle übrigen Ausgaben im Krankenhausbereich. „Beim Pflegebudget gilt das Prinzip der Selbstkostendeckung. Das bedeutet, dass die Krankenhäuser sämtliche Kosten für den Personalzuwachs direkt an die Krankenkassen weitergeben können“, erläutert David Scheller-Kreinsen, WIdO-Geschäftsführer und Mitautor der Analyse. „Vor diesem Hintergrund ist der starke Kostenanstieg nicht verwunderlich. So sind beispielsweise die Pflegepersonalkosten der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2024 um 2,4 Milliarden Euro gestiegen. Dieser zusätzlich ausgegebene Milliardenbetrag ist beitragssatzrelevant und entspricht 0,13 Beitragssatzpunkten für die GKV-Versicherten“, so Scheller-Kreinsen. „Besonders besorgniserregend ist, dass sich das Wachstum des Pflegebudgets weiter fortschreibt, wie aktuell bereits vorliegende Daten zeigen. So steigt das vereinbarte Pflegebudget im Jahr 2025 gegenüber 2024 um 8 Prozent an. Für das Jahr 2026 liegen die aktuell vorliegenden Forderungen der Krankenhäuser 12 Prozent über dem für 2025 vereinbarten Wert.“









