WIdO – Wissenschaftliches Institut der AOK
Innovation, Transparenz und Praxisrelevanz sind Kernelemente im Leitbild des WIdO, das seit 1976 an zentralen Fragestellungen des Systems der Gesundheitsversorgung und seiner Finanzierung arbeitet.
Deutlicher Anstieg der Demenzfälle auf 2,1 Millionen bis 2060 bei gleichzeitigem Rückgang der Erwerbsbevölkerung erwartet
Die Zahl der Demenzfälle wird bei steigender Lebenserwartung von heute etwa 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen im Jahr 2060 zunehmen. Das zeigen aktuelle Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in Kooperation mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln. Auf Basis eines kleinräumigen Prognoseverfahrens wird für das Jahr 2060 eine regionale Spanne von 1,7 Prozent Demenz-Erkrankten in München bis zu 6,2 Prozent im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis vorausgesagt. Selbst in den günstigsten Szenarien der Modellrechnung steht den zunehmenden Demenz-Fallzahlen insbesondere in ländlichen Regionen mit einer alternden Bevölkerung ein deutlicher Rückgang der Erwerbsbevölkerung gegenüber.
Unter der Annahme einer weiter steigenden Lebenserwartung ist laut der Prognose davon auszugehen, dass die Zahl der Demenzfälle von 1,3 Millionen im Jahr 2020 auf bis zu 2,1 Millionen im Jahr 2060 ansteigen wird. Dieser deutliche Zuwachs kann allerdings abgemildert werden, wenn es gelingt, die Rate der Demenz-Neuerkrankungen durch Präventionsmaßnahmen zu verringern. Nach heutigem Stand der Wissenschaft kann eine Verbesserung bei vielen verschiedenen Faktoren – unter anderem eine bessere Prävention von Bluthochdruck und Diabetes, aber auch ein höheres Bildungsniveau – dazu beitragen, dass etwa die Hälfte der Demenz-Neuerkrankungen vermieden werden kann. Wenn man diese Präventionsszenarien zugrunde legt, könnten die Demenz-Fallzahlen im Jahr 2060 deutlich niedriger liegen und sich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Fällen stabilisieren. „Die alternativen Szenarien machen deutlich, welches enorme Potenzial in der Prävention steckt. Schon vergleichsweise kleine Verbesserungen bei den Neuerkrankungsraten können langfristig sehr große Effekte haben“, so Helmut Schröder, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „Durch Prävention und eine gute Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den Verzicht auf das Rauchen, mehr Bildung, die Behandlung von Hörstörungen und die Vermeidung sozialer Isolation kann einer Demenzentwicklung vorgebeugt werden.“










